Wilgersdorf hat zwei christliche Kirchengemeinden — eine evangelische und eine katholische — die das Dorfleben seit Generationen prägen und im guten Miteinander wirken.
Evangelische Kirchengemeinde
Das evangelische Gemeindeleben hatte bis 1967 im alten, 1858 erbauten Schul- und Kapellenhaus seinen Mittelpunkt. Im Jahre 1967 konnte das unterhalb des Friedhofes gelegene neue Gotteshaus bezogen werden.
In fünfjährigen Haussammlungen wurden rund 130.000 DM (75.000 €) gespendet — und das überkonfessionell: Auch die katholischen Christen Wilgersdorfs beteiligten sich an den Sammlungen für die evangelische Kirche.
Die vier Glocken im separaten Glockenturm sind mit dem Geläut der katholischen Kirche abgestimmt. Im Untergeschoss der Kirche befindet sich der alte Gemeinschaftsraum, der als Jugendbegegnungsstätte genutzt wird.
Einweihung: 21. Mai 1967 | Grundsteinlegung: 30. April 1965
Katholische Kirchengemeinde
Das katholische Gemeindeleben fand bis zur Errichtung der Kirche am St. Josef Weg in unterschiedlichsten Kapellen und Kapellenschulen statt. Mit einem großen Spendenaufkommen und einem hohen Maß an Eigenleistung wurde der Kirchbau 1957 vollendet.
Zum Kirchbau gehört auch ein Jugendraum, der später als Bücherei genutzt wurde. Diese befindet sich inzwischen im 1971 fertiggestellten Zentrum für Jung und Alt — einem Dorfgemeinschaftshaus, ebenfalls in Eigenleistung erbaut.
Einweihung: 21. Juli 1957 | Grundsteinlegung: 22. August 1956
Ökumenisches Miteinander
In einem Artikel zur Wilgersdorfer Chronik wird vermerkt, dass das gute Verhältnis der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde stetig wuchs. Es war für katholische Christen in Wilgersdorf ebenso eine Selbstverständlichkeit, durch Spenden den Neubau der evangelischen Kirche zu unterstützen, wie es zuvor für die evangelischen Christen selbstverständlich war, auch für den Neubau der katholischen Kirche Spenden zu leisten.
Nahezu alle Beerdigungsnachfeiern finden im neu errichteten Anbau der evangelischen Kirche — konfessionsunabhängig — statt.
Das Ehrenmal
Das Ehrenmal wurde nach dem 2. Weltkrieg oberhalb des Friedhofs angelegt, auf Anregung des damaligen Vorsitzenden des SGV, Gustav Berg. Gustav Berg hat in den Nachkriegsjahren alle Baum- und Straucharten aus der Wilgersdorfer Gemarkung angesiedelt. Am Ehrenmal wird jedes Jahr am Volkstrauertag ein Kranz niedergelegt, bevor der Gedenkgottesdienst wechselnd in der evangelischen und katholischen Kirche stattfindet.